Die Förderung von nachhaltigen Freizeitaktivitäten in der Natur ist ein Kernthema der Naturfreunde, das im Zuge der Corona-Krise noch an Brisanz gewann: Anders als viele andere Freizeittätigkeiten war der Aufenthalt in der Natur fast überall auch weiterhin möglich, die Ansteckungsgefahr im Freien ist wesentlich geringer als in Innenräumen, Bewegung in der Natur fördert unsere Gesundheit und stärkt das Immunsystem. Die Natur bietet eine willkommene Möglichkeit für eine Auszeit aus dem Alltag und für neue Erlebnisse.
Die Basis für ein gelungenes Naturerlebnis sind dabei immer ein einigermaßen intakter Naturraum und ein rücksichtsvolles Verhalten der Erholungssuchenden – dies in den Vordergrund zu rücken, ist das Ziel unserer Initiative Respect Nature, die wir gemeinsam mit den Naturfreunden Internationale und der Naturfreundejugend mit Unterstützung der Österreichischen Bundesforste als österreichisches Pilotprojekt umsetzen und in den nächsten Jahren international ausweiten wollen.
Unter dem Slogan #WeRespectNature steht “Fair Play in der Natur” im Zentrum unserer Aktivitäten. Neben Aktionen zur Bewusstseinsbildung sind auch regionale Pilotprojekte geplant, bei denen gemeinsam mit den GrundbesitzerInnen konkrete Lösungsansätze für die in der Region vorherrschenden Konfliktfelder entwickelt werden.
Im Jahr 2026 wurde ein Kommunikationsleitfaden erarbeitet, welcher eine praxisnahe Anleitung für alle darstellt, die in ihrem beruflichen, ehrenamtlichen oder privaten Umfeld mit Konflikten rund um die Nutzung der Natur konfrontiert sind. Es wird gezeigt, wie ein offener, sachlicher und wertschätzender Austausch gelingen kann und wie man trotz unterschiedlicher Positionen gemeinsame Interessen in den Vordergrund stellen kann. Es wird erklärt, wie kann man in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren und der Weg zu einem konstruktiven und respektvollen Miteinander skizziert.
Es werden auch sogenannte Stammtischparolen rund um die unterschiedlichen Nutzungsansprüche an die Natur behandelt. Diese emotional geprägten, polarisierenden Aussagen, die oft auf unvollständigen oder falschen Informationen beruhen und meistens (zu) einfache Lösungen für komplexe Probleme bieten. Diese Stammtischparolen wurden gemeinsam mit Naturfreunden-Ortsgruppen rund um das Forstgebiet Mürzzuschlag, gemeinsam mit den ÖBf in Workshops erarbeitet. Der Leitfaden kann rechts im grünen Kasten unter "Downloads" oder HIER> runtergeladen werden.
Pilotregion Mürzzuschlag
Im Forstrevier Mürzzuschlag wurde unsere erste Pilotregion implementiert. In gemeinsamen Workshops mit der Gemeinde Spital am Semmering, den Naturfreunden aus der Region und den ÖBf (Österreichische Bundesforste) kristallisierte sich in dieser Region insbesondere Littering als interessantes Thema heraus. Wir beschlossen mit positiver Kommunikation und konkreten Handlungsanweisungen zur Vermeidung von Abfall beizutragen sowie auch allgemeine Tipps zu einem rücksichtsvollen Aufenthalt in der Natur für die Menschen vor Ort bereitzustellen. Als Zielgruppe haben wir insbesondere die Jüngsten unter uns auserkoren, um hier den Grundstein für ein achtsames Verhalten zu legen und die angesprochenen Themen zugleich auch in den Familien zu verankern.
Fokus: Bewusstseinsbildung bei Kindern, umfangreiches Themenrepertoire mit Schwerpunkt auf Littering